Telekom geht gegen unerlaubte Datenweitergabe bei Vertriebspartnern vor
Mit Strafanzeigen und Abmahnungen reagiert die Telekom jetzt auf den Datenmissbrauch durch vier Vertriebspartner, die gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen und unzulässige Vertriebsmethoden angewandt haben.
Erneut sind Telekom-Kunden einer Datenpanne zum Opfer gefallen. Diesmal waren es Vertriebspartner des ehemaligen Staatsunternehmens, die unerlaubterweise Kundendaten an Drittfirmen weitergegeben haben. Aufgedeckt wurde der Missbrauch durch Kontrollen der Telekom selbst, die nach früheren Datenschutz-Skandalen dazu ein eigenes Überwachungssystem installiert hatte.
Strafanzeige und Abmahnungen der Vertriebspartner
Insgesamt vier Vertriebspartner haben demnach ohne Einwilligung der Telekom und vertragswidrig Daten von Telekom-Kunden an Call-Center zur Kundenakquise weitergegeben. Zudem hatten diese Vertriebspartner dadurch auch noch höhere Provisionen erhalten, da sie diese Aufträge nicht richtig ausgewiesen hatten. Auf die Entdeckung der Missstände hat die Deutsche Telekom unverzüglich reagiert und Strafanzeige gestellt. In einem Fall wurde die Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen bereits beendet, die anderen Unternehmen erhielten Abmahnungen.
Zudem werden Vertragsstrafen gefordert
Zusätzlich fordert die Telekom von den Übeltätern entsprechende Vertragsstrafen und verlangt eine Rückzahlung der zu viel gezahlten Provisionen. Insgesamt belaufen sich die Forderungen auf rund 1,5 Millionen EUR. Das harte Vorgehen begründete der Datenschutz-Vorstand der Telekom, Manfred Balz, mit dem Versprechen seines Unternehmens an die Kunden, dass man hart gegen unseriöse Kundenwerbung vorgehen wolle. Einen Grund zur generellen Verurteilung des indirekten Vertriebs über Partnerfirmen, sieht der Telekom-Vorstand in dem Fall jedoch nicht.