Archive for Mai 16th, 2010

Bundesnetzagentur schaltet Nummer nach wenigen Stunden ab

Sonntag, Mai 16th, 2010

Die Bundesnetzagentur hat heute wegen unerlaubter telefonischer Gewinnversprechen die Abschaltung der Rufnummer (0)9005 673 400 eines Diensteanbieters aus Turin angeordnet. Erst am Vormittag waren entsprechende Beschwerden bei der Behörde eingegangen.

Mit ihrem Vorgehen will die Bundesnetzagentur ein hartes Vorgehen gegen unerlaubte telefonische Gewinnversprechen demonstrieren. Sie schaltete die beworbene 0900-Nummer nicht nur ab, sondern verhängte wie üblich auch ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot für die Zeit ab dem 12. Mai 2010. Netzbetreibern ist es dadurch untersagt, Entgelte für Anrufe auf diese Rufnummer in Rechnung zu stellen oder Forderungen von Verbrauchern einzutreiben.

Allerdings ging die Bundesnetzagentur in diesem Fall noch einen Schritt weiter und ließ neben der Rufnummer (0)9005 673 400 auch alle weiteren (0)900er Rufnummern des Turiner Diensteanbieters abschalten.

In den unerlaubten Anrufen wurde den Betroffenen der Gewinn eines Mercedes Cabriolets beziehungsweise von bis zu 45.000 Euro versprochen. Zum Abruf des vermeintlichen Gewinns forderte eine Frau, Lara Stern, die betroffenen Verbraucher auf, die hochpreisige Rufnummer zurückzurufen.

Google belauschte offene WLANs

Sonntag, Mai 16th, 2010

Entgegen früheren Beteuerungen räumte Google am Freitagabend ein, dass seine Street-View-Fahrzeuge auch Inhalte mitgeschnitten haben, die über offene WLANs am Wegesrand ausgetauscht wurden. Noch Ende April 2010 hatte Google dies in einem Blogeintrag ausgeschlossen.

Man habe großen Mist gebaut und bereue es zutiefst, nimmt Google in einem Blogeintrag Stellung. Nun gelte es, aus den eigenen Fehlern so viel wie möglich zu lernen.

Das Unternehmen hatte noch am 27. April 2010 in einem Blogeintrag beteuert, seine Stree-View-Flotte zeichne keine Payload-Daten von WLANs auf, also keine über die Netzwerke gesendeten Inhalte. Lediglich SSIDs und MAC-Adressen würden mitgeschnitten, um sie später zur Ortsbestimmung heranziehen zu können.

Daten von offenen WLANs mitgeschnitten

Nachdem aber der Hamburger Datenschutzbeauftragte eine Überprüfung der aufgezeichneten Daten forderte, untersuchte Google die gesammelten Inhalte zunächst selbst und stellte dabei fest, dass entgegen den eigenen Beteuerungen doch Inhalte von offenen WLANs mitgeschnitten wurden. Diese seien allerdings nie für Google-Produkte verwendet worden.

Dass die Daten aufgezeichnet werden konnten, sei einem internen Fehler geschuldet: 2006 habe ein Google-Entwickler an einem experimentellen WLAN-Projekt gearbeitet, das alle verfügbaren Daten eines WLANs einsammelte. Als ein Jahr später die Arbeiten an Street View begannen, wurde dieser Code in die Software integriert, obwohl die Projektleiter dies nicht wollten und keine Absicht hatten, die mitgeschnittenen Inhalte zu verwenden.

Nachdem das Problem jetzt bekanntwurde, habe man sofort reagiert, gibt Google an. Die Street-View-Fahrzeuge wurden gestoppt und die entsprechenden Daten im eigenen Netzwerk abgegrenzt und abgeschottet, so dass kein Zugriff auf die mitgeschnittenen Inhalte mehr möglich ist. Im nächsten Schritt sollen die Daten so schnell wie möglich gelöscht werden, wozu Google Kontakt mit den lokalen Datenschutzbehörden aufgenommen hat.

Google verzichtet künftig ganz auf WLAN-Daten

Um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern, will Google ein unabhängiges Unternehmen mit der Prüfung der eigenen Software beauftragen. Zudem sollen intern die Prozesse überprüft werden, um sicherzustellen, dass die eigenen Kontrollmechanismen ausreichen, um mit solchen Problemen in Zukunft umzugehen.

Darüber hinaus will Google in Zukunft komplett auf die Aufzeichnung von WLAN-Daten verzichten.

Google-Suche wird verschlüsselt

Nebenbei weist Google darauf hin, welche Gefahren offene, unverschlüsselte WLANs bergen. Um die eigenen Nutzer zu schützen, habe man in diesem Jahr begonnen, Zugriffe auf Google Mail nur noch verschlüsselt zuzulassen. Ab der kommenden Woche soll zudem eine verschlüsselte Version der Google-Suche angeboten werden.

Bundestag soll Einführung über den Umweg Europa verhindern

Sonntag, Mai 16th, 2010

In der nächsten Woche planen die Grünen im Bundestag eine Subsidiaritätsrüge. Damit soll verhindert werden, dass Internetsperren in Deutschland über eine Richtlinie der EU-Kommission doch noch eingeführt werden.

Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, die an Protesten gescheiterten Internetsperren über den Umweg Europa doch noch einführen zu wollen. EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström hatte Ende März 2010 einen Vorstoß für europaweite Internetsperren unternommen. In dem Richtlinienentwurf der EU-Kommission hieß es: “Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass der Zugang zu Websites mit Kinderpornografie gesperrt werden kann.” Der Vorschlag soll nach seiner Genehmigung in einzelstaatliches Recht umgesetzt werden.

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte angekündigt, sich auf EU-Ebene für den Grundsatz “Löschen statt Sperren” einzusetzen und dafür zu werben. “Die Bundesregierung hat es offensichtlich gegenüber der EU-Kommission verpasst, die fraktionsübergreifende deutsche Ablehnung bei diesem Thema unmissverständlich klarzumachen”, sagte Jerzy Montag, rechtspolitischer Sprecher der Grünen. “Die Bundesregierung hat schon in der Vergangenheit gemeinsam mit der Kommission ‘über Bande’ gespielt und versucht, im Bundestag gescheiterte Vorhaben über den Umweg Europa einzuführen”, sagte Montag. Das sei so gewesen bei der Speicherung europäischer Fluggastdaten und bei der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung. Jetzt würde versucht, das gleiche Spiel bei der Einführung von Internetsperren zu wiederholen. “Wir Grünen machen dieses Spiel jedoch nicht mit”, sagte er.

Die grüne Partei werde in der nächsten Woche in den Fachausschüssen des Bundestages einen Antrag zur Abstimmung stellen, der eine Kompetenzüberschreitung durch die EU-Kommission kritisiert. Montag: “Wir fordern alle anderen Fraktionen des Bundestages auf, sich unserer Subsidiaritätsrüge anzuschließen und so die demokratischen Rechte des Parlaments gegenüber Brüssel wahrzunehmen.” Nach dem Vertrag von Lissabon können nationale Parlamente rügen, wenn die EU sich in Bereiche einmischt, die auf nationaler Ebene hinreichend geregelt werden können. Dies sei der erste Antrag dieser Art im Bundestag.

Internetsperren seien kein wirksames Mittel zum Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt und Ausbeutung. Da sie Aktivität suggerieren, die Inhalte tatsächlich jedoch im Netz zugänglich bleiben, seien sie letztlich kontraproduktiv, sagte Montag.

12 Millionen .de-Domains

Sonntag, Mai 16th, 2010

Zahl der .de-Domains wächst um eine Million pro Jahr
Am 14. April 2008 ging bei der deutschen Domainverwaltungsstelle DENIC der Registrierungsauftrag für die 12-millionste .de-Domain ein. Pro Jahr wächst die deutsche Top Level Domain um etwa eine Million Einträge.

Mit den nun zwölf Millionen registrierten Domains ist die deutsche Top Level Domain .de weiterhin die größte länderbezogene Kennung auf der Welt. Auf 100.000 Einwohner kommen statistisch betrachtet 14.500 Domains. Mehr als 400.000 .de-Domains sind sogenannte internationale Domains (IDNs), d.h. sie enthalten auch Umlaute oder Buchstaben mit Akzenten.

Seit mehr als 20 Jahren ist die Top Level Domain .de als Adressierungskennzeichen im Internet nutzbar. Der dafür notwendige Eintrag in der IANA-Datenbank für .de wurde am 5. November 1986 angelegt. Ab März 1988 betrieben Mitarbeiter der Informatikrechner-Betriebsgruppe der Universität Dortmund unter der Bezeichnung DENIC (Deutsches Network Information Center) einen Nameserverdienst für .de auf ehrenamtlicher Basis. Zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal sechs .de-Domains registriert: dbp.de, rmi.de, telenet.de, uka.de, uni-dortmund.de und uni-paderborn.de.

Der Anstieg der Domainzahlen verlief in den Folgejahren alles andere als gleichmäßig. In den ersten Jahren, als das Internet noch stark auf den universitären Bereich beschränkt war, wuchs die Zahl nur langsam. 1994, als die Domainverwaltung als Drittmittelprojekt von der Universität Dortmund an die Universität Karlsruhe überging, existierten nur rund 1.000 .de-Domains.

Nach der Erfindung des World Wide Webs (WWW) als eine Art grafischer Benutzeroberfläche für das Internet begann Mitte der Neunzigerjahre dessen rasante Verbreitung über den Kreis der Forschungsinstitute und Computerfirmen hinaus. Zugleich wuchs das Interesse an Domains. Anfang 1997, nach Gründung der DENIC eG durch die deutschen Internet Service Provider, waren etwa 50.000 Adressen registriert. Etwas mehr als zwei Jahre später, im April 1999, waren es schon 500.000. In den kommenden zwei Jahren verdoppelte sich die Domainzahl im halbjährlichen Rhythmus. Die Marke von 5 Millionen wurde im November 2001 erreicht. In den letzten Jahren hat sich das Wachstum bei etwa einer Million Domains pro Jahr eingependelt, umgerechnet also etwa zwei Stück pro Minute.

Mit nunmehr zwölf Millionen Domains ist .de seit langem die größte Länderkennung weltweit und die Nummer zwei aller Top-Level-Domains nach .com.

Gefunden bei Golem.de

Abgebrochener Kopiervorgang sorgte für Chaos

Sonntag, Mai 16th, 2010

Ein Abbruch beim regelmäßigen Kopieren von Zonendateien war Schuld am Ausfall der Denic-Rootserver am 12. Mai 2010. Anfragen nach vielen Domains wurden dadurch mit “Domain existiert nicht” beantwortet.

Die Denic aktualisiert die Daten ihrer Nameserver alle zwei Stunden. Dabei kam es am Mittwoch, dem 12. Mai 2010 zu einer Panne beim Kopieren der Daten auf 12 der 16 Servicestandorte. Ein unterbrochener Kopiervorgang führte zur Verteilung einer nicht vollständigen Zonendatei, was ab 13:30 Uhr zu umfangreichen Problemen im deutschen Internet führte.

Zwar wurde die Datei zuvor auf den diversen Servern weltweit mehrfach auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft, doch das verhindert lediglich bei vier Standorten, dass diese mit den fehlerhaften Daten versorgt wurden. Während so die normalen Nameserver falsche Daten erhielten, blieben der Frankfurter IPv6-DNS-Server und das DNSSEC-Testbed unberührt.

Um den Fehler einzugrenzen hatte die Denic ab 14:20 Uhr begonnen, die fehlerhaft antwortenden Standorte abzuschalten, da zunächst nicht klar war, ob die Zone aufgrund eines fehlerhaften Bestands in der Datenbank oder aufgrund eines Fehlers im Generierungsprozess kaputt ging. Parallel wurden die Registrierungssysteme abgeschaltet, die aufgrund der ungewöhnlich hohen Zahl an Registrierungsversuchen für vermeintlich freien Domains unter großer Last standen.

Ab etwa 14:30 Uhr konnten die die abgeschalteten Server dann mit einer vollständigen Zonendatei versorgt und wieder in den Nameserververbund aufgenommen werden. Das allerdings dauerte bis etwa 15:45 Uhr. Für Anwender kam es aufgrund cachender Nameserver bei Provider noch bis zu 2 Stunden länger zu Problemen.

Einen Zusammenhang mit dem am Vortag durchgeführten Umzug des Rechenzentrumsbetriebs für die Registrierungsdienste von Amsterdam nach Frankfurt gebe es nicht, so die Denic.

Gefunden bei Golem.de